Traumhaft schöne Erlebnisse in der Eidgenossenschaft

 

 

Nachdem im Vorjahr – bedingt durch Wetterkapriolen und einen Betriebsunfall bei der Bahn – diese Schweiz-Reise nicht ganz dem Plan entsprochen, aber letztlich trotzdem einen interessanten Verlauf genommen gehabt hat, werden bei der heurigen Reise alle Erwartungen und Wünsche voll erfüllt. Schöner und noch erlebnisreicher könnte eine Reise gar nicht verlaufen! Lassen Sie mich berichten, wobei ich - wie immer bei Schilderung der Erlebnisse - zur Illustration einige von mir auf der Reise aufgenommene Bilder einbaue.   

Dabei sieht es wettermäßig gar nicht so gut aus, als für mich und Frau Therese Peischer aus Innsbruck der aus Oberösterreich kommende Bus vor der Stiftskirche des Prämonstratenserstiftes Wilten in Sicht kommt. Der Himmel ist verhangen, es regnet immer wieder leicht. Dabei hätte die Wettervorhersage gar nicht besser sein können. Allerdings nur für den zweiten und dritten Reisetag, also für die für unsere Reise wohl wichtigsten Tage. Nach kurzem Aufenthalt in Innsbruck, bei dem ich durch die Wiltener Basilika führe, fährt der Bus weiter; im Rasthaus Trofana muß dann unser Fahrer Michael die vorgesehene längere Pause einlegen.
 


 

Bereits vor Landeck mehren sich die Tunnels, doch merken die Gäste von diesen nichts. Ich zeige nämlich einen Film über den Glacier Express bzw. die vom „langsamsten Schnellzug der Welt“ befahrene Strecke mit dem an Schönem und Interessantem ‚links und rechts’. Erst ein Stück nach dem Arlbergtunnel ist der Film zu Ende – die Gäste sind auf die kommenden Erlebnisse eingestimmt. Dazu überreiche ich - wie auf meinen Kulturreisen üblich - von mir ausgearbeitete Informationen, weiters auch noch Prospekte der Rhätischen Bahn. So vergeht die Zeit wie im Flug. Wir passieren die Grenze zum Fürstentum Liechtenstein, queren dann den Rhein, in dessen Mitte die Grenze zur Schweizerischen Eidgenossenschaft verläuft. Jetzt ist es bis zum Walensee nicht mehr weit, wo ich einen weiteren Aufenthalt einplane. Noch sind die Berge, die steil aus dem See emporragen, in der Höhe wolkenverhüllt, aber zum ersten Gruppenbild versammeln wir uns gerne; die erst jüngst aufgestellte Schautafel zeigt die ganze Pracht der Landschaft.
 


 

Nach dem ‚Kafi Crème’ geht es weiter; bald schon erreichen wir den Zürichsee und dann queren wir das südlich von diesem gelegene Moränengebiet. Vorbei am Zugersee erreichen wir Luzern, wobei die Autobahn praktisch ins Stadtgebiet führt. Am Schwanenplatz verlassen wir unseren Bus zu einem kurzen Stadtrundgang. Um nämlich die so wunderschön am Vierwaldstätter See gelegene Stadt näher zu erkunden, müßten wir einige Tage in Luzern bleiben. So bummeln wir nur über die Kapellbrücke zum linken Reußufer und besichtigen kurz die lichtdurchflutete Jesuitenkirche, die erste große Barockkirche der Schweiz. Vor der ganz im Barockstil zum Fluß führenden Freitreppe haben es uns die Schwäne angetan.
 


 

Weiter geht es zur Spreuerbrücke, auf der wir erneut die Reuß queren. In der Fußgängerzone finden unsere Photographen unzählige Motive. Während des Ablichtens eines Wandbildes unseres Dichterfürsten halte ich die Photographin im Bild fest.
 


 

Zurück zum Schwanenplatz, den unser Fahrer genau zur vereinbarten Zeit wieder ansteuert. Wir müssen weiter, haben wir doch noch eine große Strecke mit zwei Pässen zu bewältigen. Natürlich legen wir an landschaftlich interessanten Punkten Pausen ein, so auch bei Abstieg vom 2165 m hohen Grimselpaß mit Blick auf die Straße zum Furkapaß und die seinerzeitige Eisenbahnlinie.
 


 

Die Goms, wie der oberste Teil des Rottentals heißt, fahren wir abwärts, immer wieder durch liebliche Dörfer mit alten Häusern und prächtigen Barockkirchen. Am Abend erreichen wir das Hotel Touring in Naters, wo wir freundlich empfangen werden. Zwei Tage wollen wir uns bei Halbpension verwöhnen lassen und nach Möglichkeit auch die Annehmlichkeiten dieses feinen Hauses genießen. Der Speisesaal mit seiner riesigen Spiegelwand fordert einfach lustige Bilder heraus.
 


 

Am zweiten Reisetag heißt es dann früh aufstehen und zeitig mit unserem Bus wegfahren, wollen wir doch ohne Hast und Eile ein schönes Programm absolvieren. Zermatt und Saas Fee sind angesagt! Gleich nach dem Frühstücksbuffet fahren wir vorerst in das Mattertal, können aber nur bis Täsch taleinwärts fahren, wo wir in einen der Pendelzüge in den von Kraftfahrzeugen freien Ort Zermatt umsteigen. Natürlich ist auch unser Michael dabei, der genauso zur Gruppe gehört. Für ihn vielleicht etwas ungewohnt, statt am Steuer seines feinen neuen Busses zu sitzen ein Fahrgast in einem Zug zu sein. In Zermatt haben wir sofort Anschluß zum Gornergrat mit der Zahnradbahn. Nur eine Dame bleibt im Ort zurück, da sie sich eine eingehende Besichtigung des hochinteressanten Matterhorn Museums vorgenommen hat. Wir anderen steigen in die Zahnradbahn ein, die uns in gemütlicher Fahrt in eine Höhe von 3o89 m bringt. Gleich zu Beginn der Fahrt ein Blick auf das liebliche und von Bausünden freie Dorf Zermatt.
 

t
 

Anfangs zweifeln wir noch an der Wettervorhersage, die Berge sind nach wie vor wolkenverhüllt. Aber dann taucht aus den Wolkenschwaden plötzlich der ‚Berg der Berge’ auf - in das ‚A und O’ mischen sich das Klicken der Photoapparate und das Surren der Filmkameras. Eine Begeisterungswelle durchströmt nicht nur uns sondern den ganzen Zug. Dieses Erlebnis hat jeder von uns erhofft - nun tritt es ein!
 

  
 

Während der infolge des Zahnstangenbetriebes doch ziemlich langsamen Fahrt gleitet weiterhin die Landschaft an uns vorbei, immer neue Blicke auf die Zermatt umgebenden hohen Berge ziehen uns in ihren Bann. Da der Reiseveranstalter in seinem Katalog die Fahrt als ‚zur Zeit der Almrauschblüte’ beworben hat, halten wir nicht nur nach Rehen und Murmeltieren fleißig Ausschau sondern haben auch die Pflanzenwelt im Auge. Tatsächlich kann ich vom Zug aus einige Almrosen entdecken.  
 


 

Auch wenn wir bis zur Endstation etwa 14oo Höhenmeter überwinden müssen, so können wir uns während der langsamen Fahrt, die durch Aufenthalte in etlichen Stationen immer wieder unterbrochen wird, doch bestens akklimatisieren. Die für manchen Reiseteilnehmer doch ungewohnte Höhe macht daher keine Probleme.  Mit dem Lift geht es hinauf zum Hotel und dann zu Fuß bis in eine Höhe von 313o m. Ein herrlicher Panoramablick umfängt uns! Selbst ‚Bergler’ kommen aus dem Staunen nicht heraus. Es ist einfach zu schön und fast unwirklich. Da wir nicht gemeinsam talwärts fahren müssen, habe ich jedem Reiseteilnehmer die Dauer des Aufenthaltes freigestellt. So kann jeder nach Belieben ‚oben’ bleiben und den Bummel durch Zermatt danach ausrichten. Natürlich halte ich nicht nur die Bergwelt, mit der Photographen ihr Geschäft machen, im Bild fest sondern auch den einen oder anderen Reisegast. Mit unserem ‚Geburtstagskind’ – Herr Helmut Höller feiert am dritten Reisetag einen ‚Runden’ – kommt auch unser Michael ins Bild, der dieses für ihn erstmalige Erlebnis sehr wohl verdient.
 

        


 

Daß ich bewußt eine frühestmögliche Fahrt auf den Gornergrat angepeilt habe, zeigt sich schon bald, da nämlich ab Mittag immer wieder Wolken und Nebelschwaden die Berge verhüllen. Aber auch dabei ergeben sich interessante Ausblicke.
 


 

Die Talfahrt beschließt dann dieses Bergerlebnis; bis zur Abfahrt unseres Pendelzugs nach Täsch verbleibt noch Zeit für individuelle Unternehmungen. Auf der Fahrt nach Täsch sehe ich nur glückliche Gesichter.
 


 

In Täsch wartet unser Michael, der vorsorglich schon vor der Gruppe Zermatt verlassen hat, mit dem Bus am Bahnhof. So können wir alle gleich umsteigen.
 


 

Noch ist aber das ‚Erlebnis Berg’ nicht zu Ende. Zwar fahren wir ein größeres Stück das Mattertal abwärts, doch biegen wir bei Stalden in das Saastal ein. Während der Fahrt nach Saas Fee rückt die Bergwelt immer näher, am Ziel angelangt befinden wir uns in einem von gewaltigen Bergen mit mächtigen Gletschern eingerahmten Kessel. Da bietet sich zur bequemen Erkundung doch eine Fahrt mit dem für uns schon bereitstehenden ‚Bummelzug’ an. Also wieder umsteigen und eine Stunde lang gemütlich durch den Ort fahren, natürlich mit entsprechenden Tonbanderklärungen.
 


 

Natürlich sehen wir während der Fahrt auch die für Saas Fee so typischen, auf Stelzen errichteten Stadel und Speicher. Der Sinn der großen waagerecht angebrachten Steinplatten wird uns sogleich klar: Nager sollen abgehalten werden, sich am wohlschmeckenden Inhalt der Stadel und Speicher zu erfreuen.
 


 

Auf der Rückfahrt nach Naters lasse ich ‚die Katze aus dem Sack’. Ich habe nämlich bei Bekanntgabe des Programms lediglich darauf verwiesen, daß vor dem Abendessen noch ein schönes Erlebnis bevorstünde. Den Gästen kann ich mitteilen, daß wir von der Hotelleitung zu einer Bummelzugfahrt durch Naters und Brig eingeladen sind. Gerne wird die Einladung angenommen und nach Rückkehr im Hotel und einer kurzen Erholungspause begeben wir uns das zweite Mal an einem Tag ‚auf große Fahrt’. Zuerst kurven wir durch Naters, wobei südlich der Kirche das Beinhaus unbedingt eine nähere Besichtigung wert wäre. Der eindrückliche Spruch an dem den Totenschädeln vorangestellten Kruzifix regt zum Nachdenken an:
 

                          Was ihr seid, das waren wir;

                          Was wir sind, das werdet ihr.
 


 

Während Naters seinen schönen dörflichen Charakter bewahrt hat, zeigt Brig, das wir nach Überquerung der Rotten durchfahren, städtisch-wohlhabenden Charakter. Bei der Fahrt vorbei am Stockalperpalast mit seinen drei zwiebelgekrönten Türmen werden die Photoapparate gezückt; doch möchte ich die Bilder noch einmal in aller Ruhe am Morgen des dritten Reisetages machen.

Nach dem Abendessen werden noch im gemütlichen Kaffeehaus unseres Hotels die Erlebnisse des Tages besprochen. Aber auch die Vorfreude auf die Fahrt mit dem ‚langsamsten Schnellzug der Welt’ beherrscht die Gespräche.

Am nächsten Morgen verabschieden uns Frau Susanne Imhof vom Hotel Touring und die besonders um uns bemühte Rezeptionistin, Frau Erika Kissling, die unter anderem die Führung durch den Stockalperpalast für uns organisiert hat. Uns fällt der Abschied nur deshalb nicht so schwer, da wir gleich wieder weitere schöne Erlebnisse erwarten dürfen.
 


 

Unser Michael bringt uns alle zum Stockalperpalast nach Brig, wo wir uns noch zu einem gemeinsamen Bild versammeln. Dann muß er gleich die Fahrt nach St. Moritz in Angriff nehmen, da er doch vor uns dort eintreffen soll. Da die vortägige Rundfahrt eine gute Ortskenntnis verschafft hat und da überdies an der Hotelrezeption sich jeder Gast einen Stadtplan hat besorgen können, verabschiedet sich ein Teil der Gruppe, um Brig auf eigene Faust zu erkunden, wobei natürlich auch Einkäufe eingeschlossen sind. Mit den weiteren Gästen begebe ich mich in den Innenhof des Palastes, um die Führung abzuwarten.
 


 

Die kommende Stunde wird dann ein Hochgenuß. Unsere Palastführerin Dominique versteht es, uns mit ihren Ausführungen, bei welchen sie Wissen mit Humor paart, zu begeistern. Wir werden in die Zeit versetzt, als der - später geadelte - Handelsherr Kaspar Stockalper vom Thurm (bezeichnender Beiname: ‚König vom Simplon’) Straßen, Brücken und Hospize hat erbauen lassen, wobei dann wieder die Weg- und Brückenzölle in seine Kassen zur Finanzierung weiterer Vorhaben geflossen sind. So haben wir ihm mit dem nach ihm benannten Palast den möglicherweise bedeutendsten barocken Profanbau des Landes zu verdanken. Wenn auch im Palast selbst - nicht mehr - photographiert werden darf, so bekommen wir doch mit der Führung etwa durch die Säle und die Dreikönigskapelle einen bleibenden Eindruck. Der Arkadenlaufgang zum Palast und der mehrgeschossige Arkadenhof stellen aber einzigartige Motive dar. Vor und nach der Führung halte ich die Gruppe mit Dominique fest.
 


 

Bis zur Abfahrt ‚unseres Zuges’ verbleibt noch Zeit, die jeder nach Gutdünken nützt. Dann versammeln wir uns am Bahnsteig, wobei wir anhand des Wagenstandsbildes bereits wissen, wo wir in den für uns reservierten Waggon einsteigen müssen. Einige japanische Touristen, die offensichtlich aus Zermatt kommen, befinden sich schon in diesem und fahren noch eine Strecke mit. Ansonsten gehört der ganze Waggon uns. Wo nötig steht uns das freundliche Zugspersonal mit Rat und Tat zur Seite. Wir fühlen uns gleich wohl.
 


 

Über Lautsprecher werden wir laufend über die Strecke und die Sehenswürdigkeiten informiert. Das Servicepersonal kümmert sich um unser leibliches Wohl. Ein großes Lob der Zuggastronomie! Ein ‚Meister seines Fachs’ serviert Hochprozentigen.
 


 

Ganz ‚unauffällig’ lasse ich die Gäste das von mir für unser ‚Geburtstagskind’ gedachte Glückwunschbillet unterschreiben, Herr Höller merkt von alledem nichts und genießt seinen Schweizer ‚Weißen’.
 


 

Natürlich widmen wir der Strecke die geziemende Aufmerksamkeit, so blicken wir auf Andermatt hinunter und erreichen mit dem Oberalppaß den höchsten Punkt der Zugfahrt.
 

t


 

Einer der Glanzpunkte dieser an Höhepunkten so reichen Fahrt ist dann die Strecke durch das Vorderrheintal. Da reiht sich ein prachtvoller Blick an den anderen. Schade nur, daß die Fenster der modernen Panoramawagen zwar eine prächtige Aussicht gewähren, aber nicht geöffnet werden können. So sind vielfach Spiegelungen auf den Bildern nicht zu vermeiden. Was aber zählt, ist einfach das Erlebnis - und das haben wir!
 


 

In Chur, dem Hauptort Graubündens, wechselt die Fahrtrichtung. Vorerst noch im Rheintal, gewinnen wir dann rasch an Höhe und fahren durch eine mit Burgen und Ansitzen gesegnete Gegend, die ohne weiteres den Titel ‚Burgenland’ verdient.
 


 

Dann aber steigt die Spannung. Sowohl über die Kopfhörer als auch durch das Zugspersonal werden wir informiert, daß wir uns dem Wahrzeichen des Glacier Express, dem Landwasserviadukt, nähern. Alles strömt auf die rechte Waggonseite, da nur von dort das beeindruckende Bauwerk mit seinen fünf gemauerten Pfeilern kurz gesehen werden kann, bevor der Zug dann im Landwasser-Tunnel verschwindet. Ein großes Dankeschön der Rhätischen Bahn, da der Lokomotivführer aus Rücksicht auf die Gäste aus aller Herren Länder die kurze Strecke vor und auf dem nur 142 m langen Viadukt langsamer fährt.
 


 

Ein weiterer spektakulärer Streckenabschnitt folgt. Sechs hohe Viadukte sowie drei Spiral- und zwei Kehrtunnels machen die Überwindung eines größeren Höhenunterschiedes überhaupt erst möglich. Wir verstehen, weshalb die Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen worden ist.

Eine längere Strecke geht es dann das Inntal aufwärts, bevor wir mit St. Moritz unser Tagesziel erreichen. Wen sehen wir auf dem Bahnhofsvorplatz? Natürlich unseren Michael mit dem Bus. Ganz allein hat er die weite Strecke zurücklegen müssen, wobei die Fahrt über den 2431 m hohen Furkapaß bestimmt kein Honiglecken gewesen ist. Nach dem Empfang in dem mir bereits bekannten Hotel ‚Soldanella’ durch ‚Signora Antonia mit dem Eisbären’ versammeln wir uns zum Abendessen mit Blick auf den St. Moritzer See.     
 

l
 

Jetzt habe ich Gelegenheit, unser ‚Geburtstagskind’ hochleben zu lassen und bei einem Glas Champagner das zwischenzeitlich auch von Michael mitunterfertigte Billet zu überreichen. Herr Höller bemerkt in Erwiderung auf meine Ansprache, daß er auf seinen vielen Reisen ‚so etwas’ noch nie erlebt hätte.
 


 

Lange wird noch geplaudert, doch dann sinken wir in dem so feinen Jugendstilhotel in Orpheus Arme. Das letzte Frühstück auf dieser Reise vereint uns am Morgen; ein feines Buffet ist für uns aufgebaut.

Noch eine kleine Rundfahrt durch den Olympiaort - wo eben der Bus fahren darf - und dann geht es das Inntal abwärts. Eine kurze Strecke ist uns die Gegend durch die vortägige Bahnfahrt bekannt. In Zernez biegen wir zum Ofenpaß ab und durchqueren den landschaftlich so schönen Schweizerischen Nationalpark. Am Ofenpaß legen wir einen Halt ein - 2149 m Höhe sind für Busreisende ja auch nicht alltäglich. Weiter geht es durch das Münstertal abwärts bis Münster/Müstair, wo ein Aufenthalt geradezu verpflichtet. Es gilt, die Kirche der Klosteranlage St. Johann zu besichtigen. Kaum jemand ahnt, was sich hinter einem fast unscheinbaren Äußeren verbirgt. Allerdings können wir wegen eines Gottesdienstes die wunderbaren Fresken nicht aus der Nähe in Augenschein nehmen.
 

   
 

Noch ein fast für unmöglich gehaltenes Erlebnis wartet auf uns. Auf der Weiterfahrt kommen wir nämlich nach Südtirol und durchqueren die alte Stadt Glurns mit ihren erhaltenen bzw. liebevoll restaurierten Wehranlagen. Vor der Fahrt durch das nördliche Stadttor muß ich aussteigen und die zentimetergenaue Durchfahrt verfolgen. Wer nur das nächste Bild ohne Kenntnis von seinem Zustandekommen sieht, würde sich keinen Reim machen können. Die fahrtechnische Meisterleistung verdient vollstes Lob.
 


 

Eine Pause legen wir dann noch in Südtirol ein. Am Reschensee mit Blick auf den beim Einlassen des Stausees einzig und allein vom Dorf Graun übrig gebliebenen Kirchturm halte ich noch zwei Gäste, dann die ganze Gruppe und schließlich noch ‚unseren Michael’ fest.
 


 

Weiter geht es über den Reschenpaß, durch Nauders und dann hinunter ins Inntal. Im Rasthaus Trofana legen wir noch eine Pause ein, bevor es dann heimwärts geht. In Innsbruck muß ich mich mit Frau Peischer verabschieden, wobei uns allen der Abschied gar nicht so leicht fällt. Die vier Tage mit ihren einmaligen Erlebnissen haben uns zu einer Gemeinschaft geschmiedet, wie ich sie auf meinen Reisen nur selten erlebe.