Muttertagsfahrt nach Bayern

 

Da mit vielen weiteren Staaten auch Österreich und Deutschland den Muttertag am zweiten Sonntag im Mai feiern, liegt es nahe, die Mütter an ihrem Ehrentag mit einem Ausflug zu verwöhnen. Dies gelingt umso besser, wenn noch der vorangehende Samstag dazu genommen wird. So ist es mir eine Freude, Mütter mit ihren kleineren oder größeren Kindern oder auch kleinere oder größere Kinder mit ihren Müttern auf einer erlebnisreichen aber trotzdem sehr gemütlichen Wochenendfahrt nach Bayern zu begleiten, wobei natürlich Väter und Großväter sowie Onkel und Tanten ebenfalls herzlich willkommen sind. Folgen Sie mir also am 9. Mai 2oo9 für zwei Tage nach Bayern.
 


 

Mit dem Bus fahren wir von Tirol nach Prien/Stock am Chiemsee, um mit einem Schiff der Chiemsee-Schiffahrt zur Herreninsel, unserem ersten Ziel im „Bayerischen Meer“, wie der größte zur Gänze im Freistaat Bayern gelegene See auch genannt wird, zu fahren. Der Schiffsführer richtet dabei die Fahrt so ein, daß wir durch eine Schneise der bewaldeten Insel einen Blick auf das Schloß Herrenchiemsee werfen können.
 


 

Nach kurzer Fahrt erreichen wir die Herreninsel, die der Bayernkönig Ludwig II. im Jahre 1873 gekauft hat, um ein Versailles nachempfundenes Schloß als höchste Verkörperung fürstlichen Glanzes errichten zu lassen. Von der Schiffsanlegestelle können wir entweder zu Fuß oder mit der Kutsche zum Schloß Herrenchiemsee gelangen, wo wir im Rahmen einer Führung viel Interessantes über den „Märchenkönig“ und seine glanzvollen Bauvorhaben erfahren, um uns dann selbst im König-Ludwig II.-Museum nähere Informationen zu holen.

Unseren Aufenthalt auf der Herreninsel schließen wir ab mit einem Besuch des Museums im Augustiner Chorherrenstift mit seiner im Nordflügel des Alten Schlosses untergebrachten Gemäldegalerie Julius Exter.
 


 

Weiter mit dem Schiff fahren wir zur Fraueninsel, die wir in wenigen Minuten erreichen. Der zum Wahrzeichen des Chiemgaus gewordene Turm der Klosterkirche St. Maria begrüßt uns schon von weitem. Ein ehemaliger Wehrturm, in der Notzeit der Ungarneinfälle entstanden, wurde als freistehender Glockenturm der Kirche ausgebaut und mit einer prallen Zwiebelhaube, einer der frühesten „Welschen Hauben“ Bayerns, versehen.

Nach einem kultur- und religionsgeschichtlichen Rundgang müssen wir unbedingt die bekannt gute Gastronomie der Fraueninsel testen, worauf wir – ein letztes Mal an diesem Tag – wieder Schiffsplanken betreten. Auch diese Fahrt ist nur sehr kurz, in Gstadt erwartet uns sodann unser Fahrer mit dem Bus. Auf der Fahrt durch das liebliche Alpenvorland verlassen wir Oberbayern und erreichen in Niederbayern unser Tagesziel, nämlich die einstige Herzogstadt Landshut.
 


 

Auf einem Stadtrundgang zeige ich meinen Gästen in der „Altstadt“, wie die Hauptstraße der Stadt genannt wird, neben dem vornehmen Renaissance-Block der Stadtresidenz das Rathaus sowie die sich aneinanderreihenden Bürgerhäuser. Wir bemerken heute noch die Statussymbole einer selbstbewußten mittelalterlichen Bürgerschaft, nämlich Arkaden, stattliche Fassaden, Wappen und Figurenschmuck. Dann aber der Höhepunkt des Spazierganges.
 


 

Dieses reiche Landshut hat sich seinerzeit nicht nur die möglicherweise teuerste Hochzeit der Welt, die „Landshuter Fürstenhochzeit“, leisten können sondern auch ein monumentales Kirchenbauwerk, nämlich den gotischen Dom St. Martin. Es ist aber nicht nur das Innere der mit vielen Kunstschätzen gesegneten Kirche, das zur Besichtigung geradezu auffordert, es ist vielmehr auch sein Turm, der schon von weitem dem Besucher Landshuts ins Auge sticht. Es ist der mit 13o.6 m Höhe höchste Backsteinkirchturm der Welt!

Nach dem Abendessen in unserem Landshuter Hotel können wir noch einmal einen Stadtbummel unternehmen oder aber die Erlebnisse des ersten Reisetages an unserem geistigen Auge vorüberziehen lassen. Am nächsten Morgen führt uns dann der Weg wieder nach Oberbayern, nämlich in eine Stadt an der Salzach, berühmt wegen ihrer gewaltigen Burganlage, deren Längenausdehnung einen ganzen Kilometer beträgt. Das kann nur Burghausen sein mit seiner Burganlage hoch über dem Fluß. Dicht gedrängt zwischen der Burg auf der Anhöhe und der Salzach im Tal die alten Häuser mit ihren Lauben, ihren engen Gassen und ihren hohen Barocktürmen.
 


 

Im Rahmen eines Stadtrundganges lernen wir die wichtigsten Bauwerke einschließlich eines Teiles der Burganlage kennen, worauf dann nach dem Mittagessen für jung und alt die sehnsüchtig erwartete Muttertags-Plättenfahrt mit musikalischer Unterhaltung durch das romantische Salzachtal folgt. Fröhlichkeit pur auf diesen nostalgischen hölzernen Arbeitsschiffen, die kiellos und weitgehend kastenförmig sind, ist angesagt!

An der Ausstiegsstelle erwartet uns unser Fahrer und in guter Stimmung sowie voll mit unvergeßlichen Eindrücken geht es zurück in die Heimat.