Größter Alpensee - Höchster Berg Europas

 

Vom 17. bis 21. Mai 2oo5 habe ich meine Gäste aus Oberösterreich und Tirol in die Westschweiz und das angrenzende Frankreich entführt. Eine Reise von einem ideal gelegenen Standorthotel inmitten der Waadtländer Weinberge zwischen Lausanne und Montreux aus in kultur- und naturgeschichtlich hochinteressante Gegenden.

Bereits am Abend des Anreisetages verspricht der Blick auf die südlich des Genfer Sees hochaufragenden Berge Naturerlebnisse vom Feinsten. Und während der nächsten Tage lassen wir dann den Blick zwischen See und Gebirge schweifen.

Den nächsten Vormittag verbringen wir in Genf, wo uns eine vorzügliche Stadtführerin nicht nur viel Interessantes über Geschichte und Gegenwart dieser Stadt erzählt sondern uns auch die bedeutendsten Gebäude des Zentrums zeigt. Das Innere der gotischen Kathedrale Saint-Pierre mit ihrer klassizistischen Frontseite, das Reformatorendenkmal und die ‚längste Sitzbank’ seien herausgegriffen. Weiter geht es zur Blumenuhr und zur Schiffsanlegestelle, von welcher der beste Blick auf die Wasserfontäne genossen werden sollte – doch es bleibt beim ‚sollte’, da nämlich infolge des starken Windes das Pumpwerk abgestellt ist.

Auf der Fahrt nahe dem Südufer des Sees Richtung Osten kommen wir zum ‚Blumendorf’, wie Yvoire genannt wird. Die stimmungsvollen Gassen verzaubern jeden Besucher, aus dem mir bekannten Laden mit den besten Crepes ist ein stimmungsvolles Spezialitätenlokal geworden, in dem Crepes in unterschiedlichster Weise serviert werden – ein Genuß für Auge und Gaumen.


 

Sodann ein Erlebnis besonderer Art. Mit dem Raddampfer ‚Italie’ von Yvoire quer über den See nach Lausanne! So richtig nach dem Geschmack aller technisch Interessierten, bietet doch ein Raddampfer nicht nur vom Anblick her sondern auch für den Fahrgast eine ‚Reise in die Vergangenheit’. Am Hafen von Lausanne holt uns unser Fahrer ab und bringt uns zum Hotel zurück, wo der zweite gemeinsame Abend noch Gelegenheit zum Plaudern über das Erlebte bietet.

Am dritten Reisetag brechen wir ins Hochgebirge auf. Zuerst mit unserem Bus nach Martigny, dann mit dem Mont-Blanc-Express, einer Schmalspur-Zahnradbahn, durch die romantische Trientschlucht bis zur französischen Grenze.

Und weiter mit unserem Bus nach Chamonix-Mont-Blanc - so lautet der offizielle Ortsname -, wo sich die Gruppe teilt. Während einige Gäste mit der Zahnradbahn ‚nur’ etwa 1ooo Höhenmeter überwinden und durch eine wunderbare Bergwelt zum Mer de Glace fahren, ist für alle anderen und für mich der Nebengipfel des Mont Blanc, die 3.842 m hohe Aiguille du Midi, die Mittagsspitze, das Ziel. In atemberaubender Fahrt in zwei Sektionen nach oben, die letzten Meter vor der Bergstation fast senkrecht hinauf. Und dann noch mit einem Lift im Berginneren bis zur Gipfelterrasse – die höchstmögliche Höhe ist erreicht!
 


Ein einmaliges Erlebnis, das wir alle nach der schnell erfolgten Akklimatisierung genießen können. Der Panoramablick, der durch das traumhafte Wetter noch gewinnt, ist überwältigend; es macht richtig Spaß, die Gipfel ‚unten’ und auch ‚oben’ zu zählen. Vor allem der Blick hinauf zu dem an der französisch-italienischen Grenze gelegenen Gipfel des Mont Blanc, des Monte Bianco, wie ihn die Italiener nennen, ist faszinierend. Wir sind mit der Seilbahn hochgefahren, aber Dutzende Alpinisten sind mit Schiern unterwegs und genießen auf ihre Art das Bergerlebnis.
 


 

Leider müssen wir von der grandiosen Bergwelt Abschied nehmen, doch stehen noch weitere Erlebnisse bevor. In Martinach/Martigny, dem Octodurum der Römer, machen wir einen Abstecher zum römischen Amphitheater, das seinerzeit 6.ooo Personen Platz geboten hat. Hautnah machen wir mit Baukunst und Lebensweise der ‚Alten Römer’ Bekanntschaft. Und dann – nicht im Reiseprogramm, aber von mir als ‚Gustostückerl’ eingeplant – der Besuch der Augustinerabtei in St-Maurice, des ältesten Klosters der Schweiz. Von manch einem Gast trotz der vielen anderen wunderbaren Erlebnisse als Höhepunkt der Reise bezeichnet: Unter fachkundiger Führung werden wir in die Geschichte dieses Klosters, das zu Ehren des hl. Mauritius, des Führers der Thebäischen Legion, errichtet worden ist, eingeweiht. Die Bauwerke, insbesondere die Katakomben und die Kapelle aus dem 4. Jahrhundert, hinterlassen einen tiefen Eindruck. Bewunderung ruft der weltberühmte Kirchenschatz hervor. Auf bekannter Strecke zurück dann um das Ostende des Genfer Sees zu unserem Hotel.
 


 

Auch den vierten Reisetag kann ich ganz gemütlich gestalten, auch wenn wir uns schon relativ früh am Vormittag beim Schloß Chillon zur vereinbarten Führung einfinden müssen. Aber dann zwei hochinteressante Stunden mit unserer ausgezeichneten Schloßführerin! Wir durchstreifen das Schloß vom Verlies, in welchem einst der Genfer Prior Bonivard, dem Lord Byron mit der Ballade ‚Der Gefangene von Chillon’ ein literarisches Denkmal gesetzt hat, angeschmiedet gewesen ist, über den Landvogtsaal, den Festsaal, den Rittersaal und die gotische Georgskapelle bis hinauf zu den Wehrgalerien. Vom Bergfried, den die Besucher ansonsten gar nicht besteigen, blicken wir aus ungewohnter aber nicht minder interessanter Perspektive auf das Schloß herab. Für das Ohr viel Interessantes aus der Schweizer Geschichte, insbesondere der Religionsgeschichte, für das Auge die Einrichtungsgegenstände, die Bilder und Waffen, aber auch der Blick in das ‚Plumpsklo’ – und immer wieder der herrliche Ausblick auf und über den See.
 


 

Zu Mittag dann beim Bummel auf der kilometerlangen Uferpromenade von Montreux eine Blumen- und Farbenfreude, die die kühnsten Erwartungen übertrifft. Die milde Luft am See tut Körper und Seele gut. Aber auch in Lausanne werden wir im Park des Olympischen Museums von einer Blütenpracht begrüßt, die ihresgleichen sucht. Dazu aber noch Statuen von bekannten Sportlern wie überhaupt natürlich Erinnerungen an Olympische Spiele. Ein Blick in das Museum zeigt die Geschichte der Olympischen Spiele des Altertums und der Neuzeit auf.

Weiter geht es zur Kathedrale Notre-Dame, die den Hügel der Oberstadt krönt. Sie gilt als bedeutendstes gotisches Bauwerk der Schweiz. Leider werden gerade Renovierungsarbeiten durchgeführt, sodaß das Innere des Gotteshauses nur zum Teil zugänglich ist. Am Abend erfreuen wir uns in einem stimmungsvollen Keller an einem Raclette-Essen, an welches sich eine Weinverkostung anschließt. Wir befinden uns ja schließlich in einem der bekanntesten Weinbaugebiete der Schweiz und verstehen seit diesem Abend, weshalb die Schweizer Weine gerne getrunken werden.

Am Morgen des fünften und letzten Reisetages heißt es Abschied nehmen von einem angenehmen Hotel in einer interessanten Gegend. Die lange Heimfahrt wird uns aber durch landschaftliche Erlebnisse auf teilweise neuer Strecke und einen Film über die schönsten Gebiete der Schweiz verkürzt. Im Jahre 2oo6 werde ich diese schöne Reise mit ihrem erprobten Verlauf wieder im Programm haben.